Ausflug ins Wörterwirrwarr – Fachbegriffe einfach erklärt: Chignon

Cornichon, Champignon, Chignon: Nein, es geht nicht ums Essen, sondern um die praktisch eleganteste Hochsteckfrisur, die Sie beim Friseur machen lassen können. Der französische Knoten ist ein absoluter Klassiker. Und weit mehr als ein Dutt.

Dutt, Knoten, Chignon – wo liegt der Unterschied?

Das französische Wort Chignon bedeutet wörtlich übersetzt „Haarknoten“. Allerdings macht der ursprüngliche Zusatz „du cou“ deutlich, wo dieser Knoten getragen wird: im Nacken. Wie man es vom französischen Chic gewohnt ist, soll diese Hochsteckfrisur aber bitte nicht wie eine schlampige Zuhausefrisur wirken, sondern mit Eleganz und handwerklichem Geschick gestaltet werden.

Zwar sind damit die Grenzen zum klassischen Dutt fließend, doch wird dieser traditionell in der Mitte des Hinterkopfs oder weiter oben angesetzt. Außerdem geht es bei der französischen Variante eben nicht darum, die Haare längs einzudrehen, zur Schnecke zu wickeln und festzustecken. Es geht um kunstvolle Formen, unterschiedliche Haarverläufe und so manch skulpturales Ergebnis.

Wie mache ich diese Hochsteckfrisur selbst?

Grundsätzlich können Chignon-Varianten auch selbst gesteckt werden – wenn Sie denn das nötige Geschick und die richtigen Werkzeuge mitbringen. Je länger und voluminöser die Haare, desto mehr Spielraum haben Sie. Aber auch bei schulterlangen Long Bobs können Sie durchaus zum Haar-Bildhauer werden.

Eine sehr einfach umzusetzende und klassische Variante beginnt damit, dass Sie die seitlichen Strähnen längs eindrehen und tief links und rechts des Nackens überkreuzt feststecken. Durch diese „Schnur“ schlagen Sie nun die restlichen Längen um und stecken sie nach innen ebenfalls fest. Mit etwas Übung (und viel Haarspray) entsteht so ein voluminöses „Kissen“, das perfekt zum glatten Oberkopf passt. Nach Wunsch können Sie noch Haaraccessoires einsetzen. Et voilà!

Geht es allerdings darum, mit Haarteilen zum Beispiel atemberaubende Kunstwerke aus filigranen Verschlingungen und scheinbar schwebenden Haarsträhnen zu zaubern, sollten Sie den Profi ans Werk lassen. Denn der Chignon-Look ist vieles, aber vor allem immer elegant!

Gibt es Trends, die auch Französinnen begrüßen?

Der Messy Bun als Inbegriff der Bloggerkultur ist natürlich auch in Frankreich ein Thema. Hier schaffen es die Trendsetter allerdings, mal wieder ihren ureigenen, weltweit gefeierten Stil ins Spiel zu bringen. Der Look erinnert an Balletttänzerinnen nach einem anstrengenden Trainingstag für das Ballet de l’Opéra de Paris: Die Haare werden im Nacken zu einer klassischen Schnecke gedreht und festgesteckt. Anschließend (!) ziehen Sie ein paar Strähnen aus dem Knoten und umrahmen ihr Gesicht ebenfalls mit ein paar „zufällig“ gelösten Haaren. Fertig ist der „nœud à la désordre“ – oder einfach „unordentliche Knoten“.

Bildquellen: Titelbild – Pascal Terjan https://www.flickr.com/photos/cmoi/2876170034/, Attribution-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-SA 2.0), https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

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